Die Susen haben sich fürs Jammertal entschieden. Hier ist das Drama zuhause. Es wird viel geheult, gelitten und gezetert.
Die große Schwester von Dolores. Algea ist die wahrhaft im Schmerz Geborene. Vom körperlichen Empfinden bereits gelöst, reichen ihre Qualen bis in die letzten Winkel ihrer Seele. Unablässig fließen ihre Tränen und meist ist sie dem Tode näher als dem Leben.
Obwohl sie es immer wieder darauf anlegt, kommt einfach kein Date mit dem Gevatter zustande. Sie fühlt sich fremd unter den anderen Puppen, teilt ihre dunklen Gedanken mit niemandem und leidet lieber still vor sich hin.
Das hört Algea, wenn ihr die Taschentücher ausgehen… (Auch sehenswerte Clips, aber nichts für zarte Gemüter.)
Die kleine, zierliche Dolores, die immer wieder von komischen Krankheiten und aufgeplatzten Nähten heimgesucht wird, ist eine ganz Empfindliche. Sie möchte immerzu gerettet, gehalten und getröstet werden, was oft zweifelhafte Helden auf den Plan ruft.
Selbst bei Lucille versucht sie gelegentlich, sich anzulehnen. Aber, wie schon erwähnt, die kann nur grantig.
(Ich nach der morgendlichen Tageszeitungslektüre 😉
Dieses Püppchen zeichnet sich durch einen echten Krähenfuß aus, vermutlich das Überbleibsel einer Fuchsmahlzeit. Da schon mumifiziert, habe ich ihn mit nach Hause genommen und dem Weltschmerz geschenkt.
Den Begriff Weltschmerz gibt es übrigens nur in der deutschen Sprache. Etwas, worüber man mal nachsinnen könnte. Oder man gibt sich ihm einfach hin.
Sie gehört in die Reihe der weniger Schrecklichen, ist aber dennoch mit Vorsicht zu genießen. Birgit kann sich einfach nicht entscheiden, ob sie wütend oder traurig sein soll. Eine schwierige Mischung. Die hat schließlich zu dem extravaganten Outfit geführt. Zum Wohle aller.
Denn trotz ihres Wankelmuts, hat sich Birgit für ein Leben außerhalb der Puppenstube entschieden. Noch hab‘ ich keine Beschwerden bekommen. Die Jacke scheint zu funktionieren.
Der melancholische Mediziner, der sich aufopfernd allen Leidenden annimmt und sie doch nicht heilen kann. Er trägt die Maske nicht zum Schutz vor Pest und Cholera, sondern nur, um seine große Trauer zu verbergen.
Aufgrund seines Wissens und großen Mitgefühls wurde er sehr wohlwollend in der Puppenfamilie aufgenommen. Doch schnell erkannte er, dass er hier niemandem mehr helfen kann. Er ist kurzum ausgezogen und heute, soweit ich weiß, in der Entwicklungshilfe tätig. Seine Nachfolgerin ist von einem ganz anderen Kaliber.
Seit der zeus-schen Entführung hängt sie irgendwie im Trauer-Wut-Modus fest. Der Göttervater in Stiergestalt, dieser Wahnsinnsritt über die Weltmeere und dann noch der viele Ouzo haben ihr doch arg zugesetzt.
Natürlich war im Nachhinein alles halb so schlimm und Kreta ganz schön. Ihr Entführer entpuppte sich schließlich als gutaussehend und galant. Aber sie wurde nie gefragt, ihr Einverständnis einfach mal übergangen. Das nagt an ihr, bis in alle Ewigkeit.

Die einsamste Puppe ever und das nur wegen ihres Namens. Wenn sie sich ankündigt, rennen alle schreiend davon. Dabei möchte sie manchmal einfach nur ein bisschen Gesellschaft.
Entgegen vieler Erzählungen hat sie keine vier apokalyptischen Reiter samt Rösser im Stall, sondern lediglich vier launische Katzen auf dem Sofa. Dennoch wird ihr nachgesagt, dass mit ihrem Erscheinen die Welt unterginge. Das macht sie sehr traurig und eben einsam.
Sie hat sich freiwillig auf die Straße gelegt, um Torture & Angry zu entkommen. OK, vielleicht lag’s auch am chronischen Katzenjammer oder daran, dass die Füllwatte ausging. Am Ende war sie jedenfalls ganz schön platt.
Da der Freitod auch unter Katzen verpönt ist, wurde sie nie felidaelich begraben. So geistert sie immer noch als leise fauchender Teppichvorleger durch die Wohnung. Doch es gibt noch ganz andere, vor denen man sich fürchten sollte.

Früher tanzte sie über duftende Blumenwiesen und durch märchenhafte Wälder. Spielte mit kunterbunten Schmetterlingen und streichelte Einhörner. Dann traf sie auf Frau Schierling. Nach einer durchzechten Nacht mit dieser, waren die Wiesen plötzlich steinige Wüsten, die Schmetterlinge wurden zu Nachtfaltern und die einst grünen Wälder zu aschgrauem Totholz.
Auf diesem Trip scheint die Prinzessin immer noch zu hängen. Starrt unbeweglich und bis in alle Ewigkeit in eine düstere Zukunft.
Das ist Hellmut. Hellmut ist 52, Rehabilitand in einer Entwöhnungsklinik und ganz offensichtlich arg ramponiert. Nach 42 Jahren Alkohol und unzähligen Entzügen, wurde es allerhöchste Eisenbahn für eine Langzeittherapie. Dort sitzt er nun und greint herum, tagein tagaus.
Alles ist scheiße. Die Klinik, die Regeln, die Therapeuten sowieso, der Krankenhausfraß, sein Zimmer, das er sich teilen muss, die Putzkräfte, die nicht mal deutsch können…! Seinen Müll selbst zu entsorgen, hält Helmut für eine Zumutung, ebenso all die Mitrehabilitanten und -onkels. Doch genau genommen hat er nur eins im Kopf: sein geliebtes Gift.
Passionierter Pessimist und Tierknochensammler. Trotz seines düsteren Gedankenguts ist er ein charmanter Typ und bei allen Damen in der Puppenstube sehr beliebt. Seinem Beuteschema hingegen entsprechen nur gut ausgestattete Barbies.
Denn sein Körper ist seltsam dünn und formlos geraten, was vielleicht seine Vorliebe für Kurven erklärt.
Man sieht es ihr nicht an, aber sie ist eine Ringerin. Seit sie aussortiert wurde, ringt sie jede Nacht um ein wenig Schlaf.
Wenn sie mal einschlummert, überkommen sie schlimme Albträume. Sie hat deshalb auch schon einen Arzt konsultiert. Doch helfen konnte der ihr nicht. Im Gegenteil. Seit seinen Analysen werden die Träume noch abstruser und ihre Augenringe dunkler.
Sie wirkt nicht nur ein klein wenig hysterisch, sie ist es auch und zwar dauerhaft. Egal was passiert, klein Krisela kreist aus. Ein lautes Geräusch, seltsame Ahnungen, die neusten Nachrichten…ein kurzer Blick in den Spiegel…
Aktuell hat sie die Krise wegen des alten neuen Kleides, das ihr die Puppenmutti, gewohnt dilettantisch, auf den Körper geschneidert hat.
Naturgemäß ist er nur nachts anzutreffen und bewegt sich nahezu lautlos. Er zweifelt unablässig an seiner Existenz, die ihm paradox erscheint. Wer braucht schon Schatten, wenn es eh dunkel ist?
Nur in Vollmondnächten fühlt er sich nicht überflüssig, zeigt auch mal sein Gesicht und trifft Queen Mum zum Mitternachtsdinner.

Je enger es in der Puppenstube wird, desto mehr Pärchen bilden sich. So haben sich auch diese zwei entzückenden Wesen, dramatisch romantisch und emotional eskalierend, in tiefer Melancholie vereint.
Iih!Mo – der sanfte Poet mit Impulskontrollstörung. Als Neffe von Gerard Noir ist auch er ein stilles Wasser mit seltsamen Vorlieben. Nein, das werden wir hier jetzt nicht vertiefen.
Oh!Livia – das absonderlichste Goth-Girl des Planeten. Kann Schwarz nicht ausstehen, mag keine Katzen und fürchtet sich im Dunkeln.















































































