Die Schrecklichen haben auch allesamt viel Schreckliches erlebt. Sonst wären sie nicht so geworden. Have Mercy!

 

Sie war auf der Suche nach Wahrheit und Wahrhaftigkeit und traf allzu oft auf die Schatten der Ignoranz. Trotz ihres Alters, wie die grauen Haarsträhnen verraten, ist sie ein trotziges, wütendes kleines Mädchen geblieben. Es gibt nur wenige, die ihren ständigen Frust aushalten und sie besänftigen können.

Lucille schmollt und grollt über einfach alles. Sie findet ihren Körper doof, ihre Haare furchtbar, ihr Kleid geschmacklos – genauso wie diese ganzen anderen Puppen um sie herum. Vor allem Dolores geht ihr unheimlich auf den Geist.

Lucilles verstörende Playlist…

Alt, sehr boshaft und unglaublich raffgierig. Es bemächtigt sich junger Seelen, stiehlt ihnen ihre Talente, ihre Würde und ihren Selbstwert. Ach, im Prinzip alles, was es kriegen kann. Hauptsache haben.

Am Ende ist man nur noch eine Hülle seiner selbst und einfach arm dran. Das würde die Horror-Omi auch gern sagen. Aber ihre Schöpferin hat sie mal ganz frech ohne Arme erschaffen.

So hört es sich an, wenn das Großmütterchen auftaucht…

Vor ihrer Majestät kuschen alle, selbst der Gevatter. Auch wenn die Krone schief sitzt – die Stiche einer Queen Mum gehen tief und ihr Gift wirkt lange. Hochmut und Verachtung treiben sie an. Alles und jeder hat ihr zu dienen und nichts und niemand ist ihr jemals genug.

Wie bei vielen Schrecklichen birgt auch ihre Geschichte eine gewisse Tragik. In ihrem tiefen Fall wurde ihr schon als Prinzessin der Thron gestohlen. Das und diese ewige Herumsteherei haben sie doch sehr zermürbt.

Keine Playlist der Welt, kann ihr gerecht werden.

Torture & Angry sind so Dolores-Anti-Helden. Beide kommen erst ganz lustig daher, doch das täuscht. Tortures Sarkasmus ist legendär und Angrys Zynismus gefürchtet.

Fies und gewissenlos verteilen sie ihre bad Vibes in der Puppenlandschaft. Machen einfach, was sie wollen und gehen dabei auch über Leichen.

Kleine, boshafte Playlist von den beiden…

Er war eigentlich ein ganz netter Junge, mit dem man viel lachen und Pferde stehlen konnte. Doch das lange Spielzeugleben und die Altkleiderkiste haben ihm den Rest gegeben.

Irgendwann ist er böse geworden. So böse, dass er sich jetzt durch alles frisst, was einen Herzschlag hat oder noch warm ist.

Bei diesen Stücken kommt er in die richtige Stimmung…

Wo sie blüht, wächst kein Gras mehr. Eiskalt verführt sie arglose Seelen. Ermuntert sie, alle Hemmungen fahren zu lassen, sich in dunklen Leidenschaften zu verlieren. Fleur verwandelt gute Vorsätze in Lug und Trug, Besonnenheit in impulsives Chaos und Licht in Finsternis.

Dass sie ausgerechnet Krisela unter ihre schwarzen Fittiche nimmt, ist kein Zufall. Schwächen und Ängste ziehen sie magisch an und wirklich niemand sollte sich je vor Fleur du Mal in Sicherheit wiegen.

Malicious Playlist von Fleur

Egal ob du die Tür verschließt, die Fenster vernagelst oder den Kamin zumauerst – egal, welche Vorkehrungen du auch triffst, dieses amorphe Wesen kommt durch jede noch so kleine Ritze. Es überzieht deinen Schlaf mit Alpträumen, macht dich müde und mürbe, labt sich an deiner Verzweiflung.

Weil Seelen so ätherisch sind, stehen seine Zähne besonders eng, was in den vielen Jahren zu Kieferproblemen geführt hat. Man weiß also nie, ob er gierig oder schmerzerfüllt dreinblickt. Doch vorm Zahnarzt hat er Bammel und Pflegetipps bekommt er von der Zahnfee.

Songs für den Seelenfresser…

Es ist die kleine Schwester vom Sandmännchen, das den lieben Kleinen jeden Abend Schlafpulver in die Augen pustet. Das Schwesterchen hingegen kommt, wann immer es möchte. Gern auch mitten am Tag und gleich mit härteren Geschützen.

Du solltest also schleunigst einnicken, wenn es dich heimsucht, ansonsten fliegen Steine. Auch sehr große. Dem Sandmädchen selbst ist das nämlich auch widerfahren.

Ein paar Lullabies von der unsanften Göre…

Eigentlich wollte sie Zahnärztin werden. Doch es kam schlimmer. Jetzt kommt sie in den dunkelsten Stunden der Nacht und stiehlt den Kindern ihre unversehrten Milchzähnchen.

Und nüscht gibt’s. Von wegen für jeden verlorenen Zahn ein Geschenkchen unterm Kopfkissen. Allenfalls etwas Blut darauf und einen schmerzenden Krater im Zahnfleischgewölbe. Erwachsene erzählen manchmal wirklich großen Stuss.

Playlist für die langen Nächte der Zahnfee…

Wer sich eine Hexe nur hakennasig und schlampig angezogen vorstellt, kennt die alte Vettel nicht. Sie ist eine ungemein gepflegte Erscheinung und legt viel Wert auf ihr Äußeres. So lassen sich kleine, leckere Kinder viel einfacher anlocken. Also, trau, schau, wem! (Gilt besonders für Kinder, die Hänsel und Gretel heißen.)

Ansonsten hasst die Vettel, dass sie alt ist, ja immer älter wird. Sie versucht es mit reichlich Make-Up zu kaschieren und poltert bei jeder neuen Falte fürchterlich herum.

Das hört die alte Vettel gern…

Bitterböse, blindwütig und fuchsteufelswild. Die Furie flippt gern aus. Dabei schreit sie so laut, dass ihr davon schon die Haare ausgegangen sind.

Sie schreit und schreit auf Teufel komm raus. Doch bei diesem Organ hält sich Lui Cifer lieber fern und die Ohren zu. (In der Smart Home-Variante schreckt die Furie ganz passabel Einbrecher ab.)

Auch bei Musik lässt’s die Furie so richtig krachen…

Er ist der Türsteher in der Puppenstube und für seine besonders strengen Einlassregeln bekannt. Wehe, man macht keinen guten Eindruck oder benimmt sich daneben.

Dann gibt’s nicht nur keinen Durchlass, sondern den direkten Weg in die Unterwelt, heißt: Lumpenkiste oder Mülleimer. Da kriegt die Krisela doch gleich wieder Panik. Nur Fleur sieht das alles gelassen, abgebrüht wie sie ist.

Ich bin leider noch nicht durchgekommen, um seine Playlist zu erstellen.

Er predigt gern das Blaue vom Himmel und seine Verheißungen reichen von schnödem Geldsegen bis ins Nirvana. Nichts ist ihm heilig. Er schreckt nicht mal vor Tricks zurück, die auch bei Haustürgeschäften üblich sind. Hauptsache ihm folgen genug Idoliten, die er aussaugen kann.

Über ihm liegt der Fluch des falschen Spiels und der Heuchelei. Darum hat er auch keine Freunde, sondern nur Anhänger, die irgendwann enttäuscht von ihm abfallen.

Mit diesen Songs motiviert er sich gern selbst…

Er nervt genauso schlimm wie das alljährliche Böller-Tamtam mit abgerissenen Gliedmaßen und Hörstürzen. Und das alles nur, um böse Geister zu vertreiben… als ob die sich davon abschrecken ließen!

Silvester ist nervig, drängt sich auf, zündelt rum und stiftet nur Unruhe. Die anderen Puppen sind nur mäßig von ihm begeistert. Einzig Gerard Noir bleibt Silvester gegenüber so pessi-nonchalant-mistisch wie immer.

Silvesters KI-Knaller

Unverkennbar, Hannibal ist ein Karnickel und wie alle Puppen in dieser Stube nicht ganz normal – und der letzte seiner Art. Was mit den anderen passiert ist, verrät sein Nachname. Aber darauf gehen wir jetzt lieber nicht näher ein.

Aus verzweifelter Einsamkeit hat er begonnen, sich selbst anzunagen. Darum kann er nicht mehr hoppeln, nur noch herumstehen. Das findet die restliche Puppengesellschaft irgendwie beruhigend.

Hannibals rabiate Playliste

Der erste Eindruck täuscht. Er ist ein wahrer Fearbear und geht darum gern in die Offensive.

So wirkt er chronisch bösbrummig und das war schon beim Gestalten eine echte Herausforderung. Anfangs fletschte er noch die Zähne. Doch je länger ich an ihm herumhantierte, desto zahmer wurde er.

Naja. Grimmig schauen wird er immer. Muss ja seinem Namen gerecht werden.

Ein ganz böser, böser Song für ihn…

Kleine Cholerikerin mit Grausamkeitspotenzial. Ihre Spielgefährten haben es nicht leicht. Wer Glück hat, wird nur rotzig-trotzig angepöbelt. Anderen fehlt schon mal der Kopf.

Sie ist grundsätzlich dafür, dagegen zu sein, nimmt alles sehr persönlich, lässt keine Rauferei aus und kann ziemlich rabiat werden.

Hau-druff-Songs von little Miss Fuck You

Ein Kobold, bekannt durch Film und Fernsehn. Wie alle Vertreter seiner Spezies spielt er Menschen gern Streiche. Macht sich unsichtbar oder versteckt ihre Sachen.

Doch dieses Schattenwelt-Pendant hier lässt neben Schokolade und Autoschlüssel gleich ganze Lebensabschnitte verschwinden. Wer einen Buhmuckl beherbergt, leidet unter leichten bis massiven Erinnerungslücken und konfusiert sich so durchs Leben.

So… wie ging das nochmal mit Youtube-Links einfügen und überhaupt…? Bin verwirrt.

Ulla war mal ganz hübsch, sagt man. Doch das ist lange her.

Einfach alles an ihr ist hässlich und das macht sie stinksauer. Vor allem auf die Puppenmutti. Die wird deshalb gern beschimpft, verflucht und angespuckt. Geht natürlich nicht mit so einem vernähten Mundwerk, doch Ullas Blicke sprechen Bände.

Auch in der Puppenstube wird der demographische Wandel sichtbar.

Ollga ist Bestie der alten Vettel und für ihr Alter sehr unternehmungslustig. Sie lädt gern zum geriatrischen Symptom-Bingo ein, bei dem meist Methusalem gewinnt, aber das grausame Großmütterchen alle Prämien einstreicht. Ihr könnt euch das Gekreische dieser ollen Geister nicht vorstellen!

Kleine Kostprobe gefällig?

Überlege schon, ein Veranstaltungsverbot auszusprechen.

Die ewig mürrische Großtante vom Nachtschatten. Da er gewöhnlich unter der Fuchtel von Queen Mum steht, macht ihm Helene keine Angst. Im Gegenteil. Er bewundert sie und wenn er mal groß ist, möchte er auch so düster drauf sein und kleine Kinder erschrecken.

Helene versteckt sich gern in dunklen Ecken und Wandschränken. Nur selten bekommt man sie zu Gesicht, meist hört man nur ein leises Knurren.

Falls man in Erwägung zieht, die Nachttischlampe anzulassen: Licht schreckt Helene nicht!

Anfangs ist es lustig.

Er fängt ganz harmlos an. Du wehrst dich prustend und kreischig. Doch es hört nicht auf, er hört nicht auf. Krabbelt hier, killert dort. Bis dir die Luft weg bleibt. Bis deine Augen zu flackern beginnen. Bis dir die Sinne schwinden.

Und das letzte, was du noch hörst, ist sein irres Kichern.

Die bärbeißige Freundin von Winnie the Buh.

Ein immerzu gereiztes Bärenmädchen aus dunkelbraunem Samt und dunklen Absichten. Sie denkt, sie ist die Größte, schert sich nicht um Konventionen und ihr Kuschelfaktor tendiert gen Null.

Sollte man dennoch versuchen, sie als Schmuseteddy einzusetzen, riskiert man einen gehörigen Brummschädel.