
Seit Dr. Pestis ausgezogen ist, herrscht Gejammer in der guten Stube. Zwar sind alle Bewohner recht hart gesotten, aber ganz ohne medizinische Hilfe kommen sie auch nicht klar. Darum ist Frau Doktor eingezogen.
Sie ist nicht zimperlich, ja sogar ziemlich empathielos, was hier aber niemanden erschreckt. Hauptsache die Diagnose stimmt und die verschriebenen Mittelchen passen. Und wenn nicht, ist ja noch die kranke Schwester am Start.

Durch eine Reihe unglücklicher Zufälle ist es dazu verdammt, mit einem Bein in der Welt der Lebenden, mit dem anderen im Jenseits zu verweilen.
Darum wirkt es immer etwas verschreckt, weil es nie weiß, wo es sich gerade befindet. Den Gevatter amüsiert sowas und er steht heimlich auf das Mädchen. (Wenn das seine Gattin wüsste!)

Ihr Name ist Programm. Schon immer litt sie unter einer düsteren Grundstimmung. Sie kann bei dem ganzen Elend der Welt und ihrem eigenen niemandem so richtig in die Augen schauen. Der einzige, der ihr etwas nähersteht, ist der Weltschmerz. Er hat Verständnis für Madams dauerhaft dunkel gefärbten Launen.
Wunderlicherweise sucht sie oft die Nähe von Mr. Brightside oder Little Sunshine. Schwarzer Humor scheint sie zu belustigen. Auch wenn man das ihrer Mimik niemals entnehmen würde.
Früher war er für Ohnmachtsanfälle zuständig, heutzutage für orgiastische Zustände nach dem Genuss sinnlicher Freuden. Laut Wikipedia.
Mein kleiner Tod geht weit darüber hinaus. Er ist eigentlich ein Philosoph und steckt in jeder Sekunde Leben. Denn jede Sekunde endet unwiederbringlich im Moment ihres Seins. Das heißt: wir alle sterben ein Leben lang – bei lebendigem Leibe!
Uuuhh! Dafür ist das Püppchen doch recht hübsch geworden, oder?
Ein schauriger Zeitgeist und nicht zu verwechseln mit dem Sandmännchen!
Der Sandmann streut nichts in müde Kinderaugen, er reißt sie einfach aus. So raubt er den Kleinen eine gesunde Weltsicht und macht sie zu emotionalen Blindgängern.
Er versteht sich bestens mit der Zahnfee, treffen sie sich doch des Nachts gelegentlich im selben Kinderzimmer. Ja, manche trifft es härter, als man glauben möchte.
Sad Sandmann Songs
Sie wirkt zwar etwas verschroben, ist aber durchaus freundlich. Wer ihre Hilfe sucht, kann sich auf ihre Erfahrung als Kräuterkundige verlassen. Dann gibt’s ein Schlückchen wohlschmeckenden Schierlings, der gegen allerlei Pein Linderung verspricht.
Hat man jedoch ihren Groll auf sich gezogen, wirkt das Gebräu ganz anders. Im schlimmsten Fall tritt unter qualvollen Krämpfen, bei völlig erhaltenem Bewusstsein, in nur wenigen Minuten der Tod ein und der Trinkende ab.
Untot sind sie hier ja alle, doch Zombiene zeigt das auch ganz unverhohlen.
So tapst sie unbeholfen und willenlos durch ihr Puppenleben und beißt auch mal zu, wenn sie Hunger verspürt. Die meisten haben Angst vor ihr und fürchten um ihre Extremitäten.
Doch sie hat auch Fans, die sie für ein liebenswertes Geschöpf halten. Nimmersatt hat viel Verständnis für ihren unbändigen Appetit und der Körperfresser ist gar verknallt.
Es heißt, sie haust im finsteren Wald in einer Hütte, die auf Hühnerfüßen steht. In Wahrheit hat sie selbst nur einen Hühnerfuß und hierdurch einen recht uneleganten Gang. Sieht ein unbedarfter Wanderer sie so unbeholfen hopsen, wird sie richtig garstig. Zur Strafe schneidet sie dem Armen ein paar Finger oder die Ohren ab und lässt ihn mit dem Gesicht zur Wand in der Ecke stehen.
Das erinnert dich an das Filmexperiment The Blair Witch Project? Nun ja, schon möglich. Die Hexe war darin ja nie zu sehen.

Diese Kameraden hier laufen unter bösem Kitsch. Denn ganz offensichtlich haben sie von ihren Hüten genascht. Auch der Onkel von den Osterinseln.
Fliegenpilze sind eigentlich immer high, darum werden sie ja auch als Glückspilze bezeichnet. Oder hab‘ ich da was falsch verstanden?

Sehnsüchtig richtet er seine eisblauen Augen immerzu gen Himmel. Aus diesem ist er unerwartet gefallen und war auf der Welt nie wirklich willkommen. Ein ungeliebtes Spielzeug für ein Mädchen, das ein Junge sein wollte. So wurde der Himmelsgucker eiskalt und zum Blutsauger.
Doch man kann sich gut darauf einstellen. Denn wenn er hungrig ist, sucht er direkten Augenkontakt…
Sie ist herrschsüchtig, rigoros in ihren Ansichten und neigt zu unkalkulierbaren Wutausbrüchen. Wer sie in Rage bringt, hat verloren. Wie diese unverschämte Meerjungfrau, die sich über ihr ausladendes Kinn lustig gemacht hat. Seitdem kämpft das arme Wesen mit einer Ölpest nach der anderen.
Nein, niemand sollte sich mit Dikta anlegen. Sie hat immer Recht, nimmt sich alles heraus und verhöhnt ihre Gegner. Ihre Rache ist einfach fürchterlich.
Sie stammt aus einer unterweltlichen Götterdynastie. Doch sie mag ihre Familie nicht sonderlich und hält ihre Herkunft daher lieber im Dunkeln.
Ansonsten ist sie durch und durch Aristokratin. Rümpft gern das hochsitzende Näschen und hebt überheblich die Brauen, wenn eine andere Puppe sie anspricht.
Hier ist alles unter ihrem Niveau, versteht sich.
Ihr wurde nicht nur der schöne Kopf abgeschlagen. Zu allem Unglück floppte auch der anschließende Friseurbesuch. Der sollte das Geschlängelte auf ihrem Haupt entwirren. Doch die Viecher sind einfach nicht zu bändigen.
Dafür passen sie zum Beispiel prima auf Fingerschmuck auf. Unbefugte werden gebissen und auf der Stelle versteinert. Und das ganz ohne App! So geht Smart Home in der Puppenstube.
Lasterhafte Lichtgestalt mit schweren Komplexen.
Das hat ihn schon hart getroffen. Beim Endboss auf ewig in Ungnade gefallen, pfeift er sich nun alles ein, was die Drogenküchen hergeben. Derart verstrahlt, ist ihm alle Moral abhandengekommen. Er macht, was ihm Spaß bereitet, ohne Rücksicht auf Verluste, die in der Regel die anderen haben.
So ätzt er sich gottgleich durch die Leben seiner Mitpuppen und man tut gut daran, sich nicht von ihm runterziehen zu lassen.
Er hat wohl 900 Jahre auf dem Buckel und das sieht man ihm auch an. Seine Beine sind abgelaufen, die Hände nur noch Stümpfe, die Haare spärlich, die Augen blind.
So kriecht er siechend aber durchaus mit Biss vor sich hin. Denn wunderlicher Weise fehlt ihm kein einziger Zahn. Ja sein Gebiss erstrahlt gar in schönstem Perlweiß, worum ihn so manch Beauty-Influencer heftig beneiden dürfte.
Überall auf der Welt lodern immer öfter die Flammen. Wälder, Wohnstätten, ja ganze Landschaften brennen nieder, vom Harz bis nach Hollywood und selten wird die Ursache entdeckt.
Oft steckt Solenopsis dahinter. Dieses hitzeliebende Höllenwesen ist mittlerweile überall heimisch, außer in der Antarktis. Auch in der Puppenstube baut es seine Glutnester und entfacht den einen oder anderen Brand.
Der hypochondrisch veranlagte Heiler. Hat oder kriegt prinzipiell alles, was seine Patienten haben. Denkt er jedenfalls. Darum ist er auch die meiste Zeit mit sich selbst beschäftigt. Wirkliche Hilfe ist nicht von ihm zu erwarten. Ganz zu schweigen von echtem Mitgefühl.
Um von seinen dürftigen Heilungserfolgen abzulenken und kompetent zu erscheinen, trägt er gern sakral anmutende Roben und die Haare lang.
Er hasst seinen Job. Würde so gern hinschmeißen, findet aber keinen Nachfolger. Zu dunkel, zu kalt, zu feucht und ständig im Nebel. Das geht auf die Augen und Knochen. Dann dieses ewige Hades-Gegurgel und diese undankbaren, mittellosen Passagiere…nee, macht wirklich keinen Spaß.
Aber er ist pflichtbewusst. Schiebt stoisch grimmig den alten Kahn durchs Wasser und statt zu sprechen, knurrt er nur noch.
So sieht sie wirklich aus, vergiss Disney & Co!
Die echte Nixe hat nix mehr zu lachen. Schon immer von Umwelteinflüssen geplagt, ist sie zu allem Übel auch noch der Dikta Torin auf den Fuß getreten. Sinnbildlich. Eigentlich wollte sie ihr ein Kompliment machen. Doch bei der Übersetzung ist irgendwas schiefgelaufen.
Seit dem ist Arielle dem Untergang geweiht. Erlebt eine Katastrophe nach der anderen und wird in Filmen nur noch gedoubelt.

Die geschäftstüchtige Friedhofsfetischistin. Greta liebt das Lustwandeln zwischen Grabsteinen und das Drama des Dahinscheidens. Ihre tägliche Lektüre sind Todesanzeigen, damit sie ja keine Beerdigung verpasst.
Als ihre erste Geschäftsidee – die Kreation eines edlen Gruft-Duftes – floppte, sattelte sie auf professionelle Trauerbegleitung um. Und das geht bei Greta so: Sie setzt sich tränenreich in Szene, kondoliert filmreif und präsentiert hinterher eine Rechnung, die den Angehörigen erst so richtig die Tränen in die Augen treibt.

Eine angeblich Heilige, die sich jedes Jahr aufs Neue mit Bauern und Hobbygärtnern anlegt.
Eiskalt überzieht sie die zarten Zeichen des Frühlings mit Frost und erzeugt so jede Menge Frust. Alles, was Mitte Mai blüht, kann wegen ihr den Kältetod erleiden und das war’s dann mit der Ernte. Darum heißt es ja so schön: Pflanze nie vor der kalten Sophie!

Was für eine Anmaßung! Ja, ich weiß.
Das legendäre, kosmische Ungetüm unseres geschätzten H.P. Lovecraft soll ja das Schrecklichste überhaupt sein. Nun, ich finde Tentakeln höchst dekorativ.
In dieser Intention ist dieses Geschöpf hier entstanden und es birgt tatsächlich noch einen kleinen, antiquarischen Schatz: eine Mini-Skulptur von Salvador Dali. Einst Bestandteil eines furchtbar surrealistischen Parfums, irgendwann in den Neunzigern.
Kannst du das unheilvolle, wahnsinnige Chaos schon riechen?























































































































